Oktober 21

Meta-Tags und der audience/page-topic/page-type-Unrat

Mittlerweile passe ich die meisten neuen Webseiten, die ich ins WWW setze auf HTML5 an und lasse diese anschließend durch den Validator laufen. Bis auf vielleicht 1-2 Kleinigkeiten, die ich dann noch nachbessern muss, ist die dann auch valide. Nun ja, ein paar Tage später möchte ich dann meinem Kollegen zeigen, dass die Seite sogar auf HTML5 validiert und prompt moniert der Validator sowas, wie <meta name=“audience“ …, <meta name=“page-type“ …, <meta name=“page-topic“ … usw. Da hat doch glatt jemand diesen Unrat in den Code eingefügt. Auf die Frage, wie derjenige-welche darauf kommt, erhalte ich meist sone Antworten, wie: „Ich hab irgendwo gelesen, dass das gut für Suchmaschinen sein soll …“. Ähm, ja. Irgendwo gelesen …

Also forschte ich, nachdem ich den Unrat wieder fachgerecht entsorgt habe mal genauer nach diesen ominösen Meta-Angaben. Meine Suche führte mich dann meist zu eher unbekannten deutschen Seiten mit Domainnamen, bei denen sich dessen Besitzer wohl am Ende der letzten Betriebsratssitzung an den liegengelassenen und lückenlos angekreuzten Buzzword-Bingo-Zetteln orientiert hatten.

Also weiter gesucht. Dabei stieß ich dann z. B. auf diesen Forenpost auf xhtmlforum.de, sowie auf diesen Forenpost in den Google Product Forums. Grade Letzterer ist besonders interessant, sagt der doch aus, dass diese Meta-Angaben proprietär sind und mal von der Suchmaschine fireball.de unterstützt wurden („It appears that it’s a proprietary tag that was once supported by the German search engine fireball.de.“, Hervorhebungen nachträglich eingebaut). Wie gesagt: ‚wurden‘ und das scheinbar auch nur von einer deutschen Suchmaschine, die mir bis dato nichtmal bekannt war. Bei der Recherche fiel mir dann auch der Name Ian Hickson ein nach dem Motto: ‚Da war doch was mit Opera und Google und html5 mit dem‘, erinnerte ich mich dunkel. Also wieder das Internet, besser gesagt: Wikipedia bemüht und mal den Artikel durchgelesen. Kurz: Er ist unter Anderem der Autor und ‚Maintainer‘ der HTML5-Spezifikation, hat mal für Netscape und Opera gearbeitet und arbeitet aktuell für Google. Und wenn man jetzt mal Eins und Eins zusammenzählt, kann man davon ausgehen, dass Google solche Angaben schlichtweg ignoriert, ansonsten hätte Ian Hickson sicher dafür gesorgt, dass die bei HTML5 gültig sind.

Trotzdem schreiben solche Möchtegern-Suchmaschinenoptimierer diesen Unrat von überall und vor allem voneinander ab, so dass dem Treiben nur schwer beizukommen ist. Daher meine Bitte an Alle, die das hier Lesen: Nehmt diesen Unfug aus euren Webauftritten raus, glaubt diesen Seiten kein Wort und meidet sie, wie der Teufel das Weihwasser. Es hat für mich nur wenige Minuten gedauert, um Informationen rauszusuchen, die das widerlegen aber diejenigen, die sich als SEO-Experten bezeichneten, hatten nichtmal dafür Zeit, bevor sie solchen Blödsinn einfach abgeschrieben haben …


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Veröffentlicht21. Oktober 2013 von Christian Stadler in Kategorie "Webentwicklung

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